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Fascia Massage Therapy, Faszienmassagetherapie, Faszientherapie, Fasciatherapie

Bei der Faszienmassage oder Faszientherapie entwirrt oder löst man manuell Verdrehungen, Verklebungen, Faltungen und Distorsionen im faszialen Netzwerk. Da die Fascia den ganzen Körper verbindet, entstehen oft weitere Problemzonen wie Adhäsionen im Verlauf faszialer Ketten. Um ein bestmögliches Gleichgewicht, bzw. eine Harmonie des faszialen Netzwerks im Körper zu erreichen, behandelt und rebalanciert man dieses durch die Faszienmassage bzw. der Faszientherapie möglichst ganzheitlich.

Fascial Distortion Model, Fasziendistorsionsmodell, Faszientherapie FDM Typaldos

Das Fasziendistorsionsmodell wurde von Stephan Typaldos D.O. (1957-2006) entwickelt. Beim FDM achtet der Therapeut auf die Schmerzgestik des Patienten und die Beschwerde wird in sechs, fasziale Distorsions-Modelle eingeteilt. Bei einer erfolgreichen Korrektur der Fascia durch die Fasciamassage bzw. der Fasciatherapie, kann die Funktion der Muskeln und Gelenke effektiv und der Schmerz nachvollziehbar, spürbar verbessert werden. „Muscles don’t matter – think Fascia“

Myofascialrelease-Therapie, Parietal-Fasciale Gelenktechnik, Faszientechnik

Bei der Myofascial-Release-Therapie werden mit den Händen erhöhte Spannungen in der Haut aufgesucht. Manuell wird der muskelfasziale Zug durch sanfte, kontinuierliche Bewegungen gelöst und gewartet bis die Fehlspannung im Gewebe nachlässt. Man therapiert beim direkten Myofascial Release MFR gegen den Spannungszug und beim indirekten IMFR entlang der Spannung einstellend. Beim Combined Myofascial Release CMFR kombiniert man Annäherung der Positionierung mit dem Halten  gegen den Zug. Mit Hilfe von Parietal-Faszialen Gelenktechniken kann man durch lösen von fascial-ligamentären Spannungen in Kapsel-Bandstrukturen auf Fehlbelastungen der Gelenkflächen und Bursen eingehen.

Viszerale Osteopathie, Viscerale Fascientherapie, Colonmassage

Bei der viszeralen Osteopathie (Thorax, Abdomen, Pelvis; Brust-, Bauch-, Beckenhöhle) löst man Verklebungen durch sanfte, manuelle Bewegungen zwischen den Organen und deren Faszien. Damit wird die Mobilität und die Motilität der Organe erhöht und ihre Funktionsfähigkeit gesteigert. So können Schmerzen und Funktionsstörungen durch viszero-somatische Belastungen und die Entstehung daraus folgenden Pathien am Bewegungsapparat vorgebeugt und behandelt werden. Die Kolonmassage bezeichnet speziell die Behandlung des Dickdarms.

Craniosacral Therapie, Craniosacral-Fasciatherapie, Craniosacralosteopathie, Cranio-Faszientherapie

Mit der Craniosacraltherapie kann man versuchen auf die rhythmischen Bewegungen des Craniums bzw. die Schädelknochen und ihre bindegewebigen Knochennähte (Suturen) einzuwirken. Die im Innern des Kopfes zusammenhängenden, fascialen Spannungsmembranen Falx und Tentorium schwingen gegenseitig abwechselnd zueinander. Durch die Craniosacralfasciatherapie begünstigt man mit sanftem Druck der Hände mechanisch diese Schwingungen. Man unterstützt dadurch den rhythmischen Fluss des Liquors (Cerebrospinalflüssigkeit) sowie die sogenannte Hirnlymphe im perivaskulären Raum des glymphatischen Systems.

Craniomandibuläre Dysfunktion, Kiefergelenkbeschwerden, Temporomandibuläre Dysfunktion CMD/TMD

Eine Kraniomandibuläre- und Temporomandibuläre-Dysfunktion kann z.B. Kiefergelenkschmerzen, Myoarthropathien, nächtliches Zähneknirschen – Bruxismus, eine Migräne, Schwindel oder sogar Tinnitus auslösen. Durch manuelles Lösen faszialer Fehlspannung der Kaumuskeln (z.B. Fascia Masseterica – M. Masseter, Fascia Temporalis – M. Temporalis) kann man auch durch Stress hervorgerufene Spannungskopfschmerzen behandeln. Bei Kiefergelenk-Knacken kann man Einfluss auf die Fehlgleitung des Diskus und die Kieferschmerzen nehmen.

Sport-Rehabilitation, Sporttherapie

Die Sportrehabilitation ermöglicht es nach einer Sportverletzung oder einem Sportunfall eine schnellst-, bestmögliche Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit. Dabei wird durch die Faszienmassage-Therapie speziell die Kraft und die Funktion der Muskeln sowie Gelenke rehabilitiert.

Sportmassage

Die Sport-Massage ist speziell für Sportler zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, Behebung von Überbelastung und für eine schnelle Erholung abgestimmt. Eine rasche Regenerationsfähigkeit gehört für einen Spitzensportler, wie die hohe Trainingsintensität, zum Alltag.

Triggerpunktmassage-Behandlung

Die Triggerpunkttherapie hat als Ziel die Beseitigung sogenannter „myofaszialer Triggerpunkte“. Beim Fasziendistorsionsmodell FDM werden spezifische Triggerpunkte in das entsprechende Modell eingeteilt und mit der Faszientherapie bzw. Fascienbehandlung reponiert.

Schröpfen, Cupping

Schröpfen ist eine Hautreiztherapie, die zu den ausleitenden Verfahren gehört. Mit Schröpfgläsern, die auf die Haut aufgesetzt werden, sollen Schadstoffe über die Haut ausgeleitet werden. Die Schröpfkopfmassage und das trockene Schröpfen werden auch bei der Fascientherapie FDM angewandt. Beim Fasciendistorsionsmodell kann man spezifische Fazienveränderungen mit Hilfe der Schröpfkopfmassage entsprechend behandeln. In der Traditionellen chinesischen Medizin TCM gehört Schröpfen zu den gebräuchlichen Behandlungsmethoden.

Hotstone-Massagetechnik

Bei der Hotstonemassage werden heisse Steine bei spezifischen Problemzonen kurz aufgelegt. Die Faszie reagiert schnell auf die gerade noch hautverträglich, hohen Temperaturen. Anschließend wird die Distorsion der Fascia mit der Fasciamassagetherapie und einem speziellen, warmen Triggerpunkt-Hotstone nachbehandelt.

Fascia-, Sport-, Kinesio-, Lymph-Taping

Beim Tapen werden Faszien, Muskeln, Bänder und Lymphgefässe anatomisch durch einen funktionellen Verband unterstützt oder strukturell befestigt.

Med. Massagetechniken, Med. Massagetherapie, Medizinische Massage, Therapeutische Massage

Mit medizinischen Massagetechniken behandelt der von der Krankenkasse anerkannte „Medizinische Masseur mit eidgenössischem Fachausweis“ therapeutisch, wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich am kranken oder verunfallten Patienten.

Klassische Massage

Unter dem Begriff „Massage“ versteht man eine mechanische, meist manuelle, Beeinflussung der Haut, des tieferliegenden Gewebes und der Muskulatur. Die klassische Massage ist die am häufigsten angewendete Form der Massage und wird überwiegend zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt.

Bindegewebsmassage, Narbenbehandlung, Faszienbehandlung

Die Bindegewebsmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage, bei der vor allem das subkutane Bindegewebe behandelt wird. Bei der spezifischen Narbenbehandlung werden die kollagenen Verklebungen des Narbengewebes behandelt und somit die Narbe wieder elastischer gemacht. Dadurch werden die ungünstigen Zugbelastungen im fascialen Netzwerk ausgeglichen. Die Passwege für die Blutzirkulation bzw. Lymphzirkulation werden durchlässiger und die Funktion der Nerven begünstigt.

Atlaslogie, Atlastherapie

Eine Bewegungseinschränkung des ersten Halswirbel bzw. eine Atlasdysfunktion kann z.B. Kopfschmerzen, Hals-/Nackenschmerzen oder Schwindel auslösen. Die Atlasfehlstellung kann auch als Folge von Schmerzen im Kiefergelenk oder Migräne auftreten, sowie durch eine Dysregulation des Sympathikus und Parasympathikus des Vegetativums der Organe begünstigt werden. Durch sanfte Abstimmung der Occipito-Atlanto-Axial-Gelenke kann Einfluss auf die Hals-/Nackenmuskeln, die Fascia Nuchae und auf funktionelle Beschwerden im ganzen Körper genommenen werden.

Dorntherapie, Wirbelsäulentherapie

Mit der Dornmethode therapiert man Fehlstellungen der Wirbelsäule und kann Rückenwirbel in Dysfunktion oder einen Beckenschiefstand dynamisch lösen. Auch eine Kreuzbeinblockade oder eine Iliosakralgelenk-Blockade und die vorübergehend resultierende Beinlängendifferenz kann gelösst und ausgeglichen werden. Bei einer erfolgreichen Eingliederung der Dornfortsätze sowie Querfortsätze werden funktionelle Läsionen der Wirbel und die entstandenen Dysfunktions-Ketten der Faszien rebalanciert.

Faszialosteopathische Lymphtechnik, Cranio-osteopathische Lymphtechnik, manuelle Lymphdrainage

Durch ganzheitlich, faszial-osteopathische Lymphtechnik kann die Viskoelastizität des hydropneumatischen System Mensch und somit der Fluss der Lymphflüssigkeit verbessert werden. Bei der Faszientherapie FDM werden Lymphödeme als eine entsprechende Distorsion der Faszie angesehen. Mit Cranial-osteopathischer Lymphtechnik versucht man die Drainage der sogenannten Hirnlymphe im Perivaskulären Raum des Glymphatischen Systems zu verbessern. Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen (Lymphödem, Lipödem) im Gewebe beseitigt werden können.

Fussreflexzonenmassage, Fussreflexzonen-Therapie

Die Fussreflexzonen-Massage ist eine Sonderform der Reflexzonenmassage, bei der spezielle Reflexzonen der Füsse behandelt werden.

Elektro-, Ultraschall-, Stosswellentherapie, Shockwave-Therapy, TENS

Die Elektrotherapie gehört zu den Verfahren der physikalischen Therapie. Um Krankheiten zu behandeln fliessen elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenz oder Druckwellen (Shockwave Therapy) mit Hilfe von Geräten durch Muskeln, Sehnen und Faszien im Körper. Mit der spezifischen Faszienbehandlung durch die Radiale-Stosswellentherapie kann man Verklebungen von Gewebeschichten mobilisieren und ihre Funktion verbessern. Die Fokussierte-Stosswellentherapie eignet sich zB. für tiefliegende Myofasziale-Triggerpunkte.

Kneipp-, Thermo-, Hydrotherapie

Bei der Kneipp-Therapie handelt es sich um ein ganzheitliches Heilverfahren, das vor allem aus Wasseranwendungen, aber auch aus einer speziellen Ernährungslehre, Heilpflanzenkunde, Bewegungstherapie und einer sogenannten Ordnungstherapie besteht. Man spricht auch von den „fünf Säulen“ der Kneipp-Therapie.

Wickel, Umschläge, Fango

Bei den Wickeln, Umschlägen oder Fango handelt es sich um eine Anwendungsform der Hydrotherapie, bei der bestimmte Körperteile eingehüllt werden. Wickel und Umschläge bezeichnen dieselbe Methode.

Craniosacral Therapie

Die Craniosacral Therapie (lateinisch „cranium“ = Schädel, „sacrum“ = Kreuzbein) ist ein manuelles Verfahren, bei dem der Therapeut rhythmische Bewegungen der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Cerebrospinalflüssigkeit oder Liquor) vor allem am Schädel und Kreuzbein des Patienten wahrnimmt und als Grundlage für die Behandlung nutzt.

Herkunft:

Erstmals beschrieb der amerikanische Arzt und Begründer der Osteopathie Andrew Taylor Still (1828-1917) im Jahr 1874 das craniosacrale System (siehe Abschnitt Grundlagen). Er stellte fest, dass die Cerebrospinalflüssigkeit eine grosse Bedeutung für den Organismus hat, da sie Hirn, Rückenmark und Nerven nährt und schützt.

Basierend auf der Osteopathie entwickelte der amerikanische Arzt und Osteopath William Garner Sutherland (1873-1954) in den 1930er-Jahren das Verfahren der cranialen Osteopathie. Nach langjährigen anatomischen Studien war er zu der Ansicht gekommen, dass die einzelnen Schädelknochen nicht starr miteinander verbunden sind, sondern sich innerhalb ihrer gegebenen Strukturen rhythmisch bewegen. Diese pulsierenden Bewegungen, die er auch in der Cerebrospinalflüssigkeit, der Wirbelsäule und im Kreuzbein fühlte, bezeichnete er als „primären Respirationsmechanismus“. Ausserdem fand Sutherland heraus, dass die pulsierenden Bewegungen durch eine bestimmte Kraft, die er den „Lebensatem“ nannte, in Gang gesetzt werden.

Die craniale Osteopathie wurde kontinuierlich weiterentwickelt und bildete die Grundlage für die in den 1970er-Jahren unter dem amerikanischen Osteopathen und Chirurgen John E. Upledger entstandene Craniosacral Therapie. Das Verfahren wurde zuerst in den USA, dann in Europa populär.

Es existieren verschiedene Ausrichtungen der Craniosacral Therapie wie die biomechanische oder die biodynamische Craniosacral Therapie. Letztere ist mit diversen Organisationen und Schulen in Grossbritannien, den USA und Deutschland vertreten. In der Schweiz werden alle Therapierichtungen unter dem Begriff „Craniosacral Therapie“ zusammengefasst.

Grundlagen:

Im Mittelpunkt einer Craniosacral Therapie steht das craniosacrale System. Dieses setzt sich zusammen aus dem Schädel, der Wirbelsäule mit dem Kreuzbein, den Gehirn- und Rückenmarkshäuten (Membranen), der Cerebrospinalflüssigkeit (Liquor) sowie den liquorbildenden und -resorbierenden Strukturen.

Die Craniosacral Therapie beruht auf der Annahme, dass die Cerebrospinalflüssigkeit rhythmisch pulsiert. Die unterschiedlichen Rhythmen und Bewegungen der Cerebrospinalflüssigkeit werden je nach Tempo und Qualität mit verschiedenen Begriffen benannt.

Durch das Pulsieren der Cerebrospinalflüssigkeit entsteht eine Bewegung, die sich auf das gesamte craniosacrale System überträgt: Alle Strukturen dieses Systems ziehen sich rhythmisch zusammen und dehnen sich wieder aus. Die vom craniosacralen System ausgehenden rhythmischen Impulse beeinflussen alle Körperzellen und den Stoffwechsel des Organismus.

Klassische Massage

Unter dem Begriff „Massage“ versteht man eine mechanische, meist manuelle, Beeinflussung der Haut, des tieferliegenden Gewebes und der Muskulatur. Die klassische Massage ist die am häufigsten angewendete Form der Massage und wird überwiegend zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt.

Herkunft:

Massieren ist weltweit eine der ältesten Behandlungsmethoden. Bereits in chinesischen Schriften aus dem Jahr 2600 v. Chr. wurden Massagehandgriffe beschrieben, und auch in der indischen Heilkunst sind frühe Beschreibungen von Massagen in Verbindung mit ätherischen Ölen und Kräutern bekannt. Die griechischen Ärzte Hippokrates (460-375 v. Chr.) und Galenos (129-199 n. Chr.) wendeten Massagen als Heilmethoden an und trugen dadurch zu deren Verbreitung in Europa bei. Während des Mittelalters gerieten die Massagemethoden teilweise in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert setzte der französische Chirurg Ambroise Paré (1510-1590) wieder Massagen zur Rehabilitation nach Operationen ein und etablierte die Behandlung auf diese Weise erneut in der Medizin.

Als einer der Väter der heute in der westlichen Welt verbreiteten Techniken der klassischen Massage gilt der schwedische Masseur Pehr Henrik Ling (1776-1839). Die klassische Massage wird deshalb auch als schwedische Massage bezeichnet. Ling war zunächst als Fecht- und Gymnastiklehrer an der Universität Lund in Schweden tätig. Im Jahr 1813 gründete er das Gymnastische Zentralinstitut in Stockholm, wo er seine Art der Gymnastik weiterentwickelte und lehrte. Diese gymnastischen Übungen wurden bald so populär, dass sie in Schulen und bei der Armee eingeführt wurden. In Lings Aufzeichnungen fanden sich auch Hinweise auf verschiedene Massagegriffe. Diese wurden später von dem holländischen Arzt Johan Georg Mezger (1839-1909) und dem deutschen Orthopäden Albert Hoffa (1859-1907) aufgegriffen, die daraus die heute gebräuchlichen Massagegriffe der klassischen Massage entwickelten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche andere Massageformen wie Reflexzonenmassage, Bindegewebsmassage oder Lymphdrainage.

Die klassische Massage ist heute die am häufigsten angewendete manuelle Therapieform und wird von speziell ausgebildeten Masseuren oder Physiotherapeuten durchgeführt.

Grundlagen:

Bei der klassischen Massage werden mit den Händen Druck- und Zugreize auf Gewebe und Muskeln ausgeübt. Die Berührungen haben zum einen eine direkte körperliche Wirkung, in dem sie verkrampfte Muskulatur dehnen und entspannen, die lokale Durchblutung steigern und den Zellstoffwechsel anregen. Dadurch werden auch Schmerzen, die durch Verspannungen entstehen, beseitigt. Zum anderen übt die Massage einen positiven Einfluss auf den Herzschlag, den Blutdruck, die Atmung und die Verdauung aus und fördert so die Entspannung und das Wohlbefinden.

Bindegewebsmassage

Die Bindegewebsmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage, bei der vor allem das subkutane Bindegewebe behandelt wird.

Herkunft:

Die Technik der Bindegewebsmassage wurde in den 1920er-Jahren von der deutschen Krankengymnastin Elisabeth Dicke (1884-1952) entwickelt. Sie litt 1929 unter so schweren Durchblutungsstörungen, dass die Amputation eines Beines drohte. Wegen des langen Liegens quälten sie ausserdem Rückenschmerzen und sie begann, sich selbst im Bereich des Beckens zu massieren. Dabei bemerkte sie an bestimmten Stellen Schwellungen unter der Haut, die sie trotz der erhöhten Schmerzempfindlichkeit besonders intensiv behandelte. Durch die Eigenmassage verschwanden nicht nur die Rückenschmerzen, sondern es besserten sich auch die Durchblutungsstörungen im Bein, sodass es nicht amputiert werden musste. Ihre Beobachtungen nahm Elisabeth Dicke zum Anlass, auch bei ihren Patienten nach entsprechenden Veränderungen im Unterhautbindegewebe zu suchen und diese mit ihrer speziellen Massagetechnik zu behandeln. Ab 1938 arbeitete sie gemeinsam mit der Krankengymnastin Hede Teirich-Leube (1903-1979) daran, die neue Massagetechnik weiterzuentwickeln und zu verfeinern und liess sie mit Unterstützung des Sportmediziners Wolfgang Kohlrausch (1888-1980) an der Universität in Freiburg klinisch untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichten die beiden Krankengymnastinnen 1942 in einem gemeinsamen Buch.

In den 1950er-Jahren verbreitete sich die Methode rasch und wurde sowohl in Deutschland als auch in Europa von Krankengymnasten und Ärzten eingesetzt. Heute gehört die Bindegewebsmassage zu einer der vielen Behandlungsmethoden, die im Rahmen der Physiotherapie zum Einsatz kommen.

Grundlagen:

Die Bindegewebsmassage gehört zum Formenkreis der Reflexzonenmassagen und basiert wie diese auf der Theorie der Reflexzonen des englischen Neurologen Henry Head. Danach stehen die inneren Organe über Nervenbahnen mit bestimmten, klar umgrenzten Hautgebieten in Verbindung. Diese Hautgebiete werden auch als Head’sche Zonen oder Reflexzonen bezeichnet. Aufgrund dieser Nervenverbindungen treten bei einer Erkrankung eines inneren Organs auch Veränderungen in der entsprechenden Reflexzone auf. Diese Veränderungen können auch das Unterhautbindegewebe betreffen: In den entsprechenden Bereichen ist die Haut fester mit der Unterhaut verbunden, das Unterhautbindegewebe erscheint aufgequollen oder eingezogen. Bei der Bindegewebsmassage wird das betroffene Unterhautbindegewebe gezielt massiert. Die Behandlung wirkt zum einen lokal, indem sie Verspannungen und Verhärtungen löst. Zum anderen können durch die Massage auch entfernt liegende Organe und Körpergebiete positiv beeinflusst werden, die mit der behandelten Körperzone in Verbindung stehen. Die Bindegewebszonen werden unterteilt in Kopfzonen, Bronchialzone, Armzone, Magenzone, Leberzone, Herzzone, Nierenzone, Darmzone, Genitalzone, Blasenzone sowie Venen-Lymphzone.

Lymphdrainage manuelle

Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen im Gewebe (Lymphödem, Lipödem)  beseitigt werden können.

Herkunft:

Die Technik der manuellen Lymphdrainage geht auf den dänischen Masseur und Physiotherapeuten Dr. phil. Emil Vodder (1896-1986) zurück. Während seiner Tätigkeit als Masseur an der Côte d’Azur stellte Vodder Anfang der 1930er-Jahren fest, dass er chronische Erkältungskrankheiten durch eine vorsichtige Massage der geschwollenen Lymphknoten am Hals heilen konnte. Ausgehend von diesen Erfahrungen entwickelte er die Methode der manuellen Lymphdrainage. 1936 stellte Vodder seine Methode auf der „Exposition de Beauté et Santé“ in Paris erstmals öffentlich vor. Im Jahr 1958 gab er seinen ersten Kurs in manueller Lymphdrainage in Deutschland. Die Methode etablierte sich in den folgenden Jahren zunehmend, vor allem in Deutschland und in Österreich. Vodder gründete die „Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder“ und eine eigene Schule in Essen. In den 1980er-Jahren wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband für Physikalische Therapie einheitliche Richtlinien für die Ausbildung in manueller Lymphdrainage festgelegt, die bis heute für eine Qualitätssicherung der Ausbildung an deutschen und österreichischen Schulen sorgen.

Die manuelle Lymphdrainage ist heute ein fester Bestandteil der physikalischen Therapie und wird vorwiegend von Masseuren und Physiotherapeuten angewendet.

Grundlagen:

Das Lymphgefässsystem des Körpers hat die Aufgabe, die Flüssigkeit (Lymphe) aus dem Gewebe aufzunehmen und in die Blutgefässe abzuleiten. Eine gestörte Funktionsfähigkeit dieses Drainagesystems zum Beispiel infolge von Verletzungen oder nach Operationen kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen führen. Als Folge davon können Schwellungen (Ödeme) entstehen. Die manuelle Lymphdrainage ist eine entstauende Massnahme, mit deren Hilfe die Motorik der Lymphgefässe angeregt und damit der Abtransport überschüssiger Gewebsflüssigkeit erleichtert werden soll. Darüber hinaus hat die Lymphdrainage eine stark entspannende und beruhigende Wirkung und sie regt das Immunsystem an.

Fussreflexzonen-Massage

Die Fussreflexzonen-Massage ist eine Sonderform der Reflexzonenmassage, bei der spezielle Reflexzonen der Füsse behandelt werden.

Herkunft:

Die moderne Fussreflexzonen-Massage geht auf den amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald (1872-1942) zurück. Er beschäftigte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingehend mit dem medizinischen Wissen der Indianer, zu deren traditionellen Behandlungsmassnahmen auch bestimmte Formen der Reflexzonentherapie zählten. Fitzgerald systematisierte und ergänzte die alten Überlieferungen und entwickelte eine eigene Methode, die er 1915 als „Zonentherapie“ vorstellte. In den dreissiger Jahren wurde diese Methode von der amerikanischen Masseurin Eunice Ingham (1889-1974) aufgegriffen und einem breiten Laienpublikum zugänglich gemacht.

In Europa war das damals als „Reflexologie“ bezeichnete Verfahren zunächst nur als vereinfachte Methode zur Eigenbehandlung und Gesundheitspflege bekannt. Hanne Marquardt, eine deutsche Masseurin, wendete das Verfahren ab 1958 in ihrer Praxis gezielt zur Behandlung von Patienten mit verschiedenen Erkrankungen an und gründete schliesslich eine eigene Ausbildungsstätte. Mittlerweile ist die Fussreflexzonen-Massage als differenzierte Behandlungsmethode anerkannt und in ganz Europa verbreitet.

Grundlagen:

Die Fussreflexzonen-Massage basiert auf dem von Fitzgerald entwickelten Körperzonenraster, das den Körper in zehn Längszonen und drei waagrechte Zonen aufteilt. Jede senkrechte Zone verläuft von der Schädeldecke über die Finger bis hinab zu den Füssen. Zu jeder Zone gehören jeweils ein bestimmter Zeh und ein Finger. Dazu kommen drei waagrechte Zonen: Kopf und Hals bilden die oberste Querzone, die mittlere umfasst Brust- und Bauchraum und die untere den Unterleib und das Becken. Aufgrund seiner Untersuchungen schloss Fitzgerald, dass man von jeder Stelle einer Zone alle Organe und Körperteile beeinflussen kann, die ebenfalls in dieser Zone liegen.

Eunice Ingham ergänzte diese Theorie durch die Vorstellung, dass sich jede Körperzone in einem bestimmten Areal oder Reflexpunkt auf den Fusssohlen widerspiegelt: So finden sich beispielsweise die Reflexzonen der Kopf- und Halsorgane im Bereich der Zehen, die Organe der Brust und des Bauchs im Bereich des Mittelfusses und die von Unterbauch und Becken an der Ferse. Auch an den Aussen- und Innenseiten der Füsse und an den Fussrücken liegen weitere Reflexzonen. Grundsätzlich gilt: Organe der linken Körperhälfte korrespondieren mit dem linken Fuss, Organe der rechten Körperseite mit dem rechten Fuss. Aufgrund dieser Zusammenhänge ist es möglich, durch einen gezielten Druck auf einen Reflexpunkt am Fuss auch weiter entfernt liegende Körperbereiche zu behandeln. Das gleiche Prinzip kann auch für die Hände angewendet werden: Bei der Handreflexzonen-Massage werden die entsprechenden Reflexpunkte an den Händen behandelt.

Elektro-, Ultraschall-, Stosswellentherapie, Shockwave-Therapy, TENS

Die Elektrotherapie gehört zu den Verfahren der physikalischen Therapie. Mit Hilfe von elektronischen Geräten werden elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenz durch den Körper oder Körperteile geleitet, um Krankheiten zu behandeln.

Herkunft:

Die therapeutische Wirksamkeit elektrischer Felder und Ströme ist seit langem bekannt: So wurden im Altertum beispielsweise Zitteraale zur Behandlung von Krankheiten wie Gicht, Arthritis und Kopfschmerzen verwendet. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten „Elektrisiermaschinen“ entwickelt, mit deren Hilfe man elektrische Funken künstlich erzeugen konnte. Ab 1730 berichteten wissenschaftliche Zeitschriften laufend über Experimente und Forschungen zur Elektrizität. So veröffentlichte der deutsche Arzt und Naturforscher Johann Gottlieb Krüger (1715-1759) im Jahr 1744 einen Aufsatz über die Anwendung von Elektrizität zu Heilzwecken. Darin berichtete er vor allem von Erfolgen bei der Behandlung von Lähmungserscheinungen. Zahlreiche weitere Ärzte und Naturforscher wie zum Beispiel Luigi Galvani (1737-1798) und Michael Faraday (1791-1867) beschäftigten sich im Lauf der Zeit eingehend mit den therapeutischen Möglichkeiten des elektrischen Stroms und schufen durch ihre Versuche die Grundlagen für die spätere Elektromedizin. Im Jahr 1855 entwickelte Guillaume-Benjamin Duchenne (1806-1875) Elektroden, die elektrischen Strom auf bestimmte Körperareale konzentrieren konnten. Eine weitere Voraussetzung für die heutige Elektrotherapie war die fortschreitende Verbesserung der Geräte.

Heute wird die Elektromedizin in praktisch allen klinischen Bereichen angewendet. Ein Teilbereich der Elektromedizin ist die Elektrotherapie, die zu den physiotherapeutischen Behandlungsmethoden zählt.

Grundlagen:

Im Rahmen der Elektrotherapie kommen Ströme mit unterschiedlichen Frequenzen zum Einsatz. Die Spannungen werden mit speziellen Geräten erzeugt und dem Körper über Elektroden entweder in einem Wasserbad oder direkt auf der Haut angebracht zugeführt.

Im Organismus hat der Strom eine schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung. Je nach Therapieform kann die Behandlung ausserdem entweder zu einer Entspannung oder zu einer Erregung der behandelten Muskulatur beitragen.

Aufgrund der guten Leitfähigkeit verläuft der Stromfluss entlang der Blut- und Lymphgefässe. Tiefere Strukturen im Körper werden durch die Elektrotherapie nur schwer erreicht. Weitere gute Stromleiter sind: Hirnflüssigkeit, Harn, die inneren Organe und Muskulatur. Schlechte Stromleiter sind: Fettgewebe, Gelenkkapseln, Sehnen, Knochen und bestimmte Nerven. Nichtleiter sind Haare und Nägel sowie die Hornschicht trockener Haut.

Kneipp-, Thermo-, Hydrotherapie

Bei der Kneipp-Therapie handelt es sich um ein ganzheitliches Heilverfahren, das vor allem aus Wasseranwendungen, aber auch aus einer speziellen Ernährungslehre, Heilpflanzenkunde, Bewegungstherapie und einer sogenannten Ordnungstherapie besteht. Man spricht auch von den „fünf Säulen“ der Kneipp-Therapie.

Herkunft:

Die therapeutische Anwendung von Wasser hat eine lange Tradition. Pythagoras (570 v. Chr.) soll das Wissen über den Nutzen kalter Bäder von Ägypten nach Griechenland gebracht haben. In den römischen Thermen wurden auch warme und heisse Heilquellen genutzt. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs verlor die Badekultur jedoch an Bedeutung. Im Mittelalter dienten die öffentlichen Badehäuser nicht nur zum Baden, sondern der Bader, der Betreiber des Badehauses, führte dort auch eine Reihe von Behandlungen durch wie Schröpfen, Aderlass oder Zähne ziehen. Mit dem Auftreten der Syphilis im 16. Jahrhundert endete die Blütezeit der Badehäuser, da man glaubte, das Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Tatsächlich waren die schlechten hygienischen Bedingungen bei kleinen chirurgischen Eingriffen für die Verbreitung von Krankheiten in Badehäusern verantwortlich. Siegmund Hahn (1664-1742) und vor allem sein Sohn Johann Siegmund Hahn (1696-1773) (die „Wasserhähne“) begründeten im 18. Jahrhundert die moderne Wassertherapie. Unter dem Naturheilkundigen Vinzenz Priessnitz (1799-1851), auf den viele der heutigen Anwendungen wie zum Beispiel die kalten Ganzkörper- und Teilwickel zurückgehen, wurden die Methoden im 19. Jahrhundert weiterentwickelt.

Aufgrund eines Lungenleidens befasste sich der deutsche Theologiestudent Sebastian Kneipp (1821-1897) mit Heilungsmöglichkeiten und stiess dabei unter anderem auf die Werke von Siegmund und Johann Hahn. Es gelang ihm in der Folge, seine Krankheit mit Hilfe von kalten Tauchbädern in der Donau zu heilen. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Pfarrer in Wörishofen im Unterallgäu entwickelte er ab 1855 ein vollständiges Behandlungssystem, das heute nicht nur in Form der sogenannten Kneipp-Kuren, sondern auch als Mittel zur Selbsthilfe Verwendung findet. 1886 veröffentlichte er den therapeutischen Leitfaden „Meine Wasserkur“, das sich als Bestseller herausstellte. 1880 wurde in Wörishofen unter seiner Führung eine Badeanstalt errichtet. Die Stadt erhielt 1920 den Status eines Kurbads und ist heute Sitz des deutschen Kneipp-Bunds.

Grundlagen:

Für Kneipp waren die Menschen zu verweichlicht und schlecht abgehärtet. Deshalb zielt die Kneipp-Behandlung darauf ab, die dem Menschen angeborene „Naturkraft“ zu stärken und seine Selbstheilungskräfte anzuregen. Kneipp ging davon aus, dass eine gesunde Lebensweise die wichtigste Voraussetzung für eine gute Gesundheit darstellt. Deshalb basiert die Kneipp-Therapie auf fünf Elementen oder fünf Säulen: Wasser, Diätetik, Naturheilmittel, Bewegung und Lebensordnung.

Wesentlicher Bestandteil der Kneipp-Therapie ist die Beeinflussung der Temperaturregulation des Körpers durch äussere Reize, das heisst durch warmes oder kaltes Wasser. Um eine gleichmässige Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, muss der Körper aktiv auf die Temperaturreize reagieren, zum Beispiel durch eine Veränderung der Durchblutung, des Herzschlags und der Atmung. Dies hat einen starken Einfluss auf das vegetative Nervensystem, so dass durch die Reizsetzung auch innere Organe und andere Körperteile beeinflusst werden. Darüber hinaus trägt die Wasseranwendung zur Reinigung der Haut und zur Stärkung des Immunsystems bei. Die traditionelle Kneipptherapie kennt über 130 verschiedene Anwendungen.

Wickel, Umschläge, Fango

Bei den Wickeln oder Umschlägen handelt es sich um eine Anwendungsform der Hydrotherapie, bei der bestimmte Körperteile eingehüllt werden. Wickel und Umschläge bezeichnen dieselbe Methode.

Herkunft:

Die therapeutische Anwendung von Wasser hat eine lange Tradition. Pythagoras (570 v. Chr.) soll das Wissen über den Nutzen kalter Bäder von Ägypten nach Griechenland gebracht haben. In den römischen Thermen wurden auch warme und heisse Heilquellen genutzt. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs verlor die Badekultur jedoch an Bedeutung. Im Mittelalter dienten die öffentlichen Badehäuser nicht nur zum Baden, sondern der Bader, der Betreiber des Badehauses, führte dort auch eine Reihe von Behandlungen durch wie Schröpfen, Aderlass oder Zähne ziehen. Mit dem Auftreten der Syphilis im 16. Jahrhundert endete die Blütezeit der Badehäuser, da man glaubte, das Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Tatsächlich waren die schlechten hygienischen Bedingungen bei kleinen chirurgischen Eingriffen für die Verbreitung von Krankheiten in Badehäusern verantwortlich.

Siegmund Hahn (1664-1742) und vor allem sein Sohn Johann Siegmund Hahn (1696-1773) (die „Wasserhähne“) begründeten im 18. Jahrhundert die moderne Wassertherapie. Unter dem Naturheilkundigen Vinzenz Priessnitz (1799-1851), auf den viele der heutigen Anwendungen wie zum Beispiel die kalten Ganzkörper- und Teilwickel zurückgehen, wurden die Methoden im 19. Jahrhundert weiterentwickelt. Der Theologe Sebastian Kneipp (1821-1897) gilt als sein Nachfolger. Priessnitz prägte den Begriff Umschlag, auf Kneipp geht die Bezeichnung Wickel zurück.

Die in jener Zeit entwickelten Verfahren werden heute sowohl im Rahmen verschiedener Heilberufe, wie zum Beispiel Medizinische Masseure oder Naturheilpraktiker, als auch von der Schulmedizin zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt.

Grundlagen:

Wasser hat die besondere Fähigkeit, Kälte und Wärme zu leiten. Die richtige Anwendung von Wasser kann den Stoffwechsel stimulieren, die Durchblutung verbessern sowie Atmung, Herztätigkeit, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem positiv beeinflussen.

Wickel oder Umschläge wirken sich auf den Wärmehaushalt des Körpers, das Nervensystem, den Blutkreislauf, den Stoffwechsel, die Hauttätigkeit und die Ausscheidung von Krankheitsstoffen aus. Wickel werden lokal angewandt. Dabei wird ein Leinentuch in Wasser getaucht und je nach Therapieziel leicht oder kräftig ausgedrückt. Anschliessend wird der feuchte Wickel an die betroffene Körperstelle aufgelegt. Kalte Wickel entziehen dem Körper Hitze und lindern dadurch Fieber und Entzündungen, warme Wickel regen die Durchblutung und den Stoffwechsel an und wärmen einen unterkühlten Körper auf.