meine spezialisierten Faszienmassagetherapie-Methoden

Fascia Massage Therapy, Faszienmassagetherapie, Fasciatherapie, Faszientherapie, Fasciamassagetherapie

Bei der Faszienmassage oder Faszientherapie entwirrt oder löst man manuell Verdrehungen, Verklebungen, Faltungen und Distorsionen im faszialen Netzwerk. Da die Fascia den ganzen Körper verbindet, entstehen oft weitere Problemzonen wie Restriktionen und Adhäsionen im Verlauf faszialer Ketten. Dies kann vorerst zu einer verringerten Mobilisation und später sogar zu einer Bewegungseinschränkung mit Schmerzen der entsprechenden Körperteile führen. Um ein bestmögliches Gleichgewicht, bzw. eine Harmonie des 3-dimensionalen, funktionellen Faszien-Netzwerk im Körper zu erreichen, behandelt und rebalanciert man dieses durch die Fasciamassage, der Fasciatherapie bzw. der Fasciamassagetherapie möglichst ganzheitlich.

Fascial Distortion Model FDM, Fasziendistorsionsmodell FDM, Faszientherapie FDM nach Typaldos

Das Fasziendistorsionsmodell FDM wurde vom US-amerikanischen Arzt, bzw. Notfallmediziner und Osteopath Stephan Typaldos D.O. (1957-2006) entwickelt. Beim FDM achtet der Therapeut auf die Schmerzgestik des Patienten und die Beschwerde wird in eines der sechs faszialen Distorsions-Modelle (Triggerband, Hernierter Triggerpunkt, Kontinuumdistorsion, Faltdistorsion, Zylinderdistorsion, Tektonische Fixation) eingeteilt und entsprechend behandelt. Bei einer erfolgreichen Korrektur der Fascia durch die Faszientherapie-FDM nach Typaldos kann die Funktion der Muskeln und Gelenke schnell und effektiv verbessert werden und der Schmerz verringert sich spürbar. „Muscles don’t matter – think Fascia“

Myofascialrelease-Therapie, Parietal-Fasciale Gelenktechnik, Faszientechnik, Faszienbehandlung, Myofaszial-Therapie, Myofasziale Massage

Bei der Myofascial-Release-Therapie werden mit den Händen nach erhöhten Spannungen in der Haut gesucht. Manuell wird der muskelfasziale Zug durch sanfte, kontinuierliche Bewegungen gelöst und gewartet bis die Fehlspannung im Gewebe nachlässt. Man therapiert beim direkten Myofascial Release MFR gegen den Spannungszug und beim indirekten (IMFR) entlang der Spannung. Beim Combined Myofascial Release CMFR kombiniert man die Annäherung mit dem Halten gegen den Zug. Mit Hilfe der Parietal-Faszialen Gelenktechnik kann man durch lösen von fascial-ligamentären Spannungen in Kapsel-Bandstrukturen auf Fehlbelastungen der Gelenkflächen und Schleimbeutel (Bursen) eingehen.

Viscerale Fasciatherapie, Viszerale Osteopathie, Colonmassage

Bei der visceralen Fascientherapie (Thorax, Abdomen, Pelvis / Brust-, Bauch-, Beckenhöhle betreffend) oder der viszeralen Osteopathie löst man Verklebungen durch sanfte, manuelle Bewegungen zwischen den Organen und deren Faszien. Dabei wird die Mobilität und die Motilität der Organe erhöht. Die vorher in ihrer Bewegung eingeschränkten Organteile können wieder störungsfrei in ihrem energieeffizienten Rhythmus arbeiten und ihre Funktionsfähigkeit wird gesteigert (z.B. die auf der Lungenspitze liegende Sibson-Faszie). So können Schmerzen und Funktionsstörungen durch viszero-somatische Belastungen und den daraus folgenden Pathien am Bewegungsapparat vorgebeugt und behandelt werden. Die Colonmassage bezeichnet speziell die Behandlung des Dickdarms (z.B. Toldt’s Fascia).

Craniosacral Therapie, Craniosacral-Fasciatherapie, Cranio-Faszientherapie, Craniomassage, Craniosacralmassage, Craniosacralosteopathie

Mit der Craniosacraltherapie versucht man manuell auf die rhythmischen Bewegungen des Craniums bzw. der Schädelknochen und ihren bindegewebigen Knochennähten (Suturen) einzuwirken. Die im Innern des Kopfes zusammenhängenden, fascialen Spannungsmembranen Falx und Tentorium schwingen gegenseitig abwechselnd zueinander. Durch die Craniosacralfasciatherapie begünstigt man mit sanftem Druck der Hände mechanisch diese Schwingungen. Man unterstützt dadurch den rhythmischen Fluss des Liquors (Cerebrospinalflüssigkeit) sowie der sogenannten Hirnlymphe im perivaskulären Raum des glymphatischen Systems.

Craniomandibuläre Dysfunktion, Kiefergelenkbeschwerden, Temporomandibuläre Dysfunktion CMD/TMD

Eine Craniomandibuläre-Dysfunktion CMD oder eine Temporomandibuläre-Dysfunktion TMD kann z.B. Kiefergelenkschmerzen, Myoarthropathien, nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus), eine Migräne, Schwindel oder sogar Tinnitus auslösen. Mit der Craniosacral Therapie oder der Craniomassage wirkt man auf die Schädelknochen mit ihren Muskeln ein und versucht die Stellung des Unterkiefers (Mandibula) zu optimieren, sowie die Fehlspannung der Supra- und Infrahyoidalen Muskulatur des Zungenbeins wieder auszugleichen. Durch manuelles Lösen myofaszialer Beschwerden der Kaumuskeln (z.B. Fascia Masseterica – M. Masseter, Fascia Temporalis – M. Temporalis, M. Pterygoideus medialis / lateralis) kann man auch durch Stress hervorgerufene Kopfschmerzen oder eine daraus folgende Atlasfehlstellung behandeln. Bei Kiefergelenk-Knacken kann man Einfluss auf die Fehlgleitung des Diskus und die Kieferschmerzen nehmen.

Sport-Rehabilitation, Sporttherapie, Sportmassagetherapie

Die Sportrehabilitation ermöglicht es nach einer Sportverletzung oder einem Sportunfall (z.B. Sehnenansatzentzündung, Muskelfaserriss, Bandruptur etc.) eine schnellst-, bestmögliche Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit. Mit der Fasziensportmassage werden nach einer verletzungsbedingten Schonung bzw. Ruhigstellung mögliche Faszienverfilzungen oder Faszienverklebungen sowie Narben wieder flexibel und geschmeidig massiert und behandelt. Man versucht mit der Sportmassagetherapie gezielt den Entzündungen von Faszienstrukturen z.B. bei Fussschmerzen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Rückenschmerzen, Ellbogenschmerzen oder Schulterschmerzen entgegenzuwirken. Bei der Wiederherstellung des fascialen Gleichgewichts im Körper wird speziell darauf geachtet, dass die Kraft und die Funktion der Muskeln sowie Gelenke entsprechend schnell rehabilitiert wird.

Sportmassage, Sportfaszienmassage

Die Sportmassage ist speziell für Sportler zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, Behebung von Überbelastungen und für eine schnelle Erholung abgestimmt. Mit der Sportfaszienmassage werden ungünstige Spannungszüge im funktionellen Fasziensystem des Bewegungsapparats rebalanciert. Dadurch wird die Durchblutung der Muskeln, Bänder, Sehnen sowie die Versorgung der ganzen Gelenkskapsel und der Synovialflüssigkeit im Gelenk optimiert. Durch die grössere Beweglichkeit wird die Strukturviskosität der Gelenksschmiere bzw. der Hyaluronsäure verbessert und eine zu starke Abnutzung des Gelenkknorpelgewebes bei Überlastung verringert. Auch die umhüllenden faszialen Strukturen der Gelenke werden durch die bessere Versorgung wieder belastbarer. Die regenerierende Lymphdrainage und der Fluss der Lymphflüssigkeit wird wieder gesteigert und Sportverletzungen vorgebeugt. Eine rasche Regenerationsfähigkeit der Muskeln und des ganzen Bewegungsapparats gehört für einen Leistungssportler, ebenso wie die hohe Trainingsintensität, zum Alltag.

Myofasziale Triggerpunktmassage, Myofasziale Triggerpunkttherapie, Myofasziale Triggerpunkt-Behandlung

Mit der Myofazialen Triggerpunktmassage oder der manuellen Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie versucht man den unterversorgten, überempfindlichen, krampfartigen Schmerzpunkt im Muskelgewebe zu lösen und zu beseitigen. Durch Entspannung der kleineren, inneren Muskeleinheiten wird der Druck und der Spannungszug auf die umhüllenden und formgebenden, fascialen Muskelstrukturen (z.B. Epimysium, Perimysium, Endomysium und Septen) verringert. Der gesamte Muskel wird besser durchblutet und die Nervenimpulse sowie der Lymphfluss reguliert. Die myofaszialen Schmerzen und die Entzündungsprozesse des Triggerpunktes können sich dadurch abbauen. Beim Fasziendistorsionsmodell FDM werden fascial Hernierte-Triggerpunkte in das entsprechende Modell eingeteilt und mit der Faszientherapie-FDM bzw. einer Fascienbehandlung reponiert.

Schröpfen, Fascia-Cupping, Schröpfmassage

Schröpfen ist eine Hautreiztherapie, die zu den ausleitenden Verfahren gehört. Mit Schröpfgläsern, die mit Unterdruck auf die Haut aufgesetzt oder manuell entlang faszialen Ketten gezogen werden, versucht man oberflächliche Faszienverklebungen und Myogelosen zu lösen. Dadurch wird das Anastomosen-Netzwerk durchlässiger und der Lymphfluss verbessert. Die Schröpfmassage sowie das trockene Schröpfen werden auch bei der Faszientherapie FDM angewandt. Beim Fasziendistorsionsmodell kann man spezifische Fazienveränderungen mit Hilfe von Fascia-Cupping entsprechend behandeln. In der Traditionellen chinesischen Medizin TCM gehört das Schröpfen zu den gebräuchlichen Behandlungsmethoden.

Hotstone-Massagetechnik, Hotstone-Triggerpunktmassage, Hotstone-Triggerpunkttherapie

Bei der Hotstonemassagetherapie werden heisse Steine bei spezifischen Problempunkten kurz aufgelegt. Die lokale Faszie reagiert schnell auf die gerade noch hautverträglichen, hohen Temperaturen (Vasokonstriktion). Anschließend werden die Fasciendistorsionen oder die myofaszialen Triggerpunkte mit einem speziellen, warmen Triggerpunktmassage-Hotstone nachbehandelt. Dabei kommt es in der zweiten Phase zu einer Erweiterung der Blutgefässe (Vasodilatation) und zu einer Mehrdurchblutung und Entspannung im Fasziengewebe. Danach versucht man mithilfe der Fasciamassagetherapie die Problemzonen im faszialen Netzwerk auszugleichen und die Schmerzen zu lösen.

Fascia-Taping, Sport-Taping, Kinesio-Taping, Lymph-Taping, Narben-Taping

Beim Faszien-, Sport-, Kinesio-, Lymph-Tapen werden Fascien, Muskeln, Bänder und Lymphgefässe anatomisch durch einen funktionellen Verband unterstützt oder strukturell befestigt. Mit dem Narbentaping werden die kollagenen Narbenverwachsungen, Narbenverklebungen oder auch Adhäsionen in der Faszie durch die ständigen Spannungszüge des Tapes mobilisiert und wieder dehnbarer und durchlässiger gemacht. Die Viskoelastizität bzw. die Saugfähigkeit der Faszie wird dadurch gesteigert und der Lymphfluss normalisiert. Somit wird die Funktionalität dieser Hautregion oder sogar des restlichen, peripheren Dermatoms verbessert.

Medizinische Massage, Med. Massagetherapie, Med. Massagetechniken, Therapeutische Massage

Bei der Medizinischen Massage oder der Med. Massagetherapie massiert und therapiert der von der Krankenkasse über die Zusatzversicherung anerkannte „Medizinische Masseur mit eidgenössischem Fachausweis“ am kranken oder verunfallten Patienten. Mit verschiedenen Massagetechniken behandelt der Med. Masseur eidg. FA therapeutisch, wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. Die Massagetherapie bzw. das Massieren gehört weltweit zu einer der ältesten Behandlungsmethoden.

Narbenbehandlung, Narbentherapie, Narbenmassage, Narbenentstörung

Bei der Narbenbehandlung oder der Narbentherapie werden die kollagenen Verklebungen der Faszie im Narbengewebe mobilisiert und Adhäsionen wie auch Versteifungen manuell behandelt oder mit einem spezifischen Faszien-Tool gelöst. Die Narbe wird zusätzlich mit der Narbenmassage elastischer und dehnbarer gemacht und dadurch wird die Viskoelastizität bzw. die Saugfähigkeit der Faszie gesteigert. In der Folge werden ungünstige Spannungszugbelastungen der Narbe im faszialen Netzwerk ausgeglichen und entstört. Die Passwege für die Blutzirkulation bzw. Lymphzirkulation werden durchlässiger und die Funktion der Nerven begünstigt.

Med. Masseur eidg. Fachausweis*, Fasciatherapeut / Faszientherapeut / Fascientherapeut, Craniosacral Therapeut

Klassische Massage

Unter dem Begriff „Massage“ versteht man eine mechanische, meist manuelle, Beeinflussung der Haut, des tieferliegenden Gewebes und der Muskulatur. Massieren gehört weltweit zu einer der ältesten Behandlungsmethoden. Die klassische Massage ist die am häufigsten angewendete Form der Massage und wird überwiegend zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt.

Bindegewebsmassage, Bindegewebszonenmassage

Die Bindegewebsmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage, bei der das subkutane Bindegewebe bzw. die Bindegewebszonen, mit Haut-, Unterhaut und Faszientechnik, behandelt wird. Elisabeth Dicke (1884-1952), eine deutsche Krankengymnastin, hat die Bindegewebsmassage entwickelt. Mitgewirkt und weiterentwickelt hat die Bindegewebszonenmassage die deutsche Krankengymnastin und Ärztin Hede Teirich-Leube (1903-1979). Unabhängig davon hat der englische Neurologie Henry Head (1861-1940) ähnliche reflektorische Hautzonen, die Head’schen Zonen, beobachtet und dokumentiert.

Atlaslogie, Atlastherapie

Eine Bewegungseinschränkung des ersten Halswirbel bzw. eine Atlasdysfunktion kann z.B. Kopfschmerzen, Hals-/Nackenschmerzen oder Schwindel auslösen. Die Atlasfehlstellung kann auch als Folge von Schmerzen im Kiefergelenk oder Migräne auftreten, sowie durch eine Dysregulation des Sympathikus und Parasympathikus des Vegetativums der Organe begünstigt werden. Durch sanfte Abstimmung der Occipito-Atlanto-Axial-Gelenke kann Einfluss auf die Hals-/Nackenmuskeln, die Fascia Nuchae und auf funktionelle Beschwerden im ganzen Körper genommenen werden.

Dorntherapie, Wirbelsäulentherapie

Mit der Dornmethode therapiert man Fehlstellungen der Wirbelsäule und kann Rückenwirbel in Dysfunktion oder einen Beckenschiefstand dynamisch lösen. Auch eine Kreuzbeinblockade oder eine Iliosakralgelenk-Blockade und die vorübergehend resultierende Beinlängendifferenz kann mithilfe der Dorntherapie gelöst und ausgeglichen werden. Betrachtet man ein Rückenwirbel in Dysfunktionsstellung mithilfe des Fasziendistorsionsmodells FDM, kann die Fascia im Facettengelenk als Faltdistorsion angesehen werden. Folgt man dieser Veranschaulichung weiter, ergibt sich aus dieser Faltdistorsions-Dysfunktionsstellung der Rückenwirbel, wiederum eine Zylinderdistorsion und Verdrehung auf die Dura matter spinalis um das Rückenmark. Bei einer erfolgreichen Eingliederung der Dornfortsätze sowie Querfortsätze werden funktionelle Läsionen der Wirbel und die entstandenen Dysfunktions-Ketten der Faszien wieder besser beweglich und ausgeglichen.

Faszialosteopathische Lymphtechnik, Cranio-osteopathische Lymphtechnik, manuelle Lymphdrainage

Durch ganzheitlich, faszial-osteopathische Lymphtechnik kann die Viskoelastizität des hydropneumatischen System Mensch und somit der Fluss der Lymphflüssigkeit verbessert werden. Bei der Faszientherapie FDM kann man Lymphödeme und Lipödeme als Zylinderdistorsion der Faszie ansehen und entsprechend behandeln. Mit Cranial-osteopathischer Lymphtechnik versucht man die Drainage der sogenannten Hirnlymphe im Perivaskulären Raum des Glymphatischen Systems zu verbessern. Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen (Lymphödem, Lipödem) im Gewebe beseitigt werden können. Eine regelmässige Lymphdrainage hilft Lymphstauungen über neue Anastomosenwege umzuleiten, welche sich im bzw. durch das Fasziennetzwerk bilden und verbinden.

Fussreflexzonenmassage, Fussreflexzonen-Therapie

Die Fussreflexzonen-Massage ist eine Sonderform der Reflexzonenmassage, bei der spezielle Reflexzonen der Füsse behandelt werden. Mit Faszientechniken kann man die Plantarfaszie des Fusses behandeln. Dadurch wirkt man Kalziumeinlagerungen am Faszienansatz des Fersenbeins wie z.B. bei einem Fersensporn entgegen. Bei einem Hallux valgus kann man versuchen ungünstige myofasziale Spannungen zu verringern um die Entzündung und den Schmerz zu lindern. Mithilfe faszial-ligamentären Gelenktechniken versucht man Spannungen in Kapsel-Bandstrukturen des Fusses und der Sprunggelenke zu lösen. Das natürliche Abrollen und die Dämpfung durch das Fussgewölbe und die Spannungsfaszie Aponeurosis plantaris wird beim Gehen oder beim Sport verbessert. Dadurch werden Beschwerden in aufsteigenden fazialen Ketten, wie z.B. Fussschmerzen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen und Rückenschmerzen vermindert oder beseitigt.

Elektrotherapie, Ultraschalltherapie, Stosswellentherapie, Shockwave-Therapy, TENS

Die Elektrotherapie gehört zu den Verfahren der physikalischen Therapie. Um Krankheiten zu behandeln fliessen elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenz oder Druckwellen (Shockwave Therapy) mit Hilfe von Geräten durch Muskeln, Sehnen und Faszien im Körper. Mit der spezifischen Faszienbehandlung durch die Radiale-Stosswellentherapie kann man Verklebungen von Gewebeschichten mobilisieren und ihre Funktion verbessern. Die Fokussierte-Stosswellentherapie eignet sich zB. für tiefliegende Myofasziale-Triggerpunkte.

Kneipptherapie, Thermotherapie, Hydrotherapie

Sebastian Anton Kneipp (1821-1897) war deutscher Hydrotherapeut, Naturheilkundler und Priester. Bei der Kneipp-Medizin, handelt es sich um ein ganzheitliches Heilverfahren, das vor allem aus Wasseranwendungen, aber auch aus einer speziellen Ernährungslehre, Heilpflanzenkunde, Bewegungstherapie und einer sogenannten Ordnungstherapie (Lebensordnung) besteht. Man spricht auch von den „fünf Säulen“ der Kneipp-Therapie. Wesentlicher Bestandteil der Kneipptherapie ist die Beeinflussung der Temperaturregulation des Körpers durch äussere Reize. Um eine gleichmässige Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, muss der Körper aktiv auf die Temperaturreize reagieren, wie z.B. mit einer Veränderung der Durchblutung, des Herzschlags oder der Atmung.

Wickel, Umschläge, Fango

Bei den Wickeln, Umschlägen oder Fango handelt es sich um eine Anwendungsform der Hydrotherapie, bei der bestimmte Körperteile eingehüllt werden. Wickel und Umschläge bezeichnen dieselbe Methode.

Fasciatherapie, Faszientherapie, Fascientherapie

Als Fasciatherapie oder auch Faszientherapie werden verschiedene manuelle Behandlungsformen für das bindegewebige Fasziensystem des Körpers bezeichnet. Ihnen gemeinsam ist.

  • die Behandlung des körperweiten Zugspannungs-Netzwerks der Faszien
  • das Einsetzen geeigneter manueller Techniken zur Entspannung faszialer Einschränkungen und der Förderung erhöhter Anpassungsfähigkeit an äußere Beanspruchungen
  • ihre funktionelle Ausrichtung auf die Wiederherstellung möglichst neutraler und geschmeidiger Bewegungsabläufe innerhalb des Fasziennetzes des Körpers
  • ihre sanfte therapeutische Vorgehensweise, die auf propriozeptive, nozizeptive und interozeptive Wechselwirkungen setzt,
  • ihre Befundung über feinfühlige Palpation mit den Händen
  • ihre gemeinsame Verwurzelung in der Osteopathie
  • die Einbeziehung von funktionellen Haltungs- und Bewegungsfaktoren in einen therapeutischen „sensomotorischen Reset“ der Patienten (ähnlich dem Feldenkrais oder der Alexander-Technik)
  • und – anders als in der artikulär orientierten Strukturellen Osteopathie oder in der Strukturellen Integration (dem Rolfing) – eine Ausrichtung, die nicht primär strukturell manipulierend geprägt ist.

Der Name setzt sich zusammen aus Fascia (lateinisch fascia ‚Band, Bandage‘) und Therapie (altgriechisch θεραπεία therapeia, deutsch ‚Dienst, Pflege, Heilung‘).

 

Therapeutische Aufgabenstellung der Fasciatherapie:

Gemeinsames therapeutisches Ziel der verschiedenen Fasciatherapie-Formen ist es, trotz ihrer unterschiedlichen methodischen Nuancen, den möglichst gezielten Ausgleich eines Spannungs-Ungleichgewichts der miteinander vernetzten bindegewebigen Anteile des Körpers bewirken zu wollen. Faszien mit ihrer kollagenen Grundstruktur werden von Fasciatherapeuten als das Formorgan des Körpers betrachtet, also der organische Anteil, der alle Strukturen miteinander verbindet. Die Funktionalität dieses körperweiten Organs zu verbessern stellt somit die gemeinsame therapeutische Programmatik dar. Die Hauptfunktionen der Faszien lassen sich über die Mnemonic der „Vier P“ zusammenfassen:

  • Packaging (also Umhüllung, Strukturierung, sinnvolle Abgrenzung)
  • Protection (Schutz z.B. durch sinnvolle Bewegungseinschränkung über Sehnen und Bänder)
  • Passage (Faszien als funktionsbestimmende Gewebe-Leitschiene der Trias Arterie, Vene und Nerv)
  • Posture (Faszien als haltungsprägender Faktor)

Nach Auffassung der Methode hat der Körper die besten Voraussetzungen zur Selbstregulation und zur Gesundung, wenn die Spannungsverhältnisse im körpereigenen Fasziensystem ausgewogen sind.

Die obengenannten Ungleichgewichte entstehen nach Ansicht der verschiedenen Autoren aus

  • körperlichen Verletzungen,
  • Traumen,
  • Folgezuständen von Erkrankungen,
  • funktionellen beruflichen Belastungen,
  • ungünstiger Körperhaltung bei eingeschränkter posturaler Kontrolle und
  • psycho-sozialen Belastungszuständen.

Es werden sogenannte somatische Dysfunktionen behandelt statt einzelner Symptome. Die klinische Relevanz dieser somatischen Dysfunktionen wird in unausgewogener und veränderter Funktion miteinander in Beziehung stehender Körpersysteme gesehen; entsprechend der Befundung in der Osteopathie wird als Ausdruck hiervon eine durch die Hände der Therapeuten wahrnehmbare

  • veränderte Gewebebeschaffenheit
  • Bewegungseinschränkung
  • asymmetrische Position oder Spannung des Körperteils und
  • Empfindlichkeit (bzw. Schmerz)

als Maßstab der Ausprägung einer somatischen Dysfunktion bezeichnet.

Im Bewegungsapparat schlägt sich dies nun nach Auffassung der Methodik als Verkürzung, Verspannung, Verklebung (Adhäsion, Verwachsung) bis hin zur Fibrose der unterschiedlichen Faszien nieder sowie in einer veränderten Sensomotorik. Je nach Art der statischen Herausforderung soll dies dann z.B. die Fascia lata, die Plantarfascie, die Fascia thoracolumbalis, die Rektusscheide oder z.B. die Fascia clavipectoralis betreffen. Auch in kleineren Faszien können sich Spannungszüge ungünstig bemerkbar machen und sich z.B. als Myofasziales Schmerzsyndrom äußern.

 

Biomechanische Modelle:

Ähnlich dem Rolfing werden die miteinander verbundenen Faszien des Körpers als „körperweites dreidimensionales Netz“ betrachtet. Anders als im Rolfing steht aber bei der Fasciatherapie nicht die strukturelle Behandlung dieses Netzes mit der Zielsetzung der optimierten Neuausrichtung des Klienten in die Schwerkraftsachse im Vordergrund. Der ökonomischere Gebrauch des Bewegungsapparats ist ein erwünschter Nebeneffekt der Fasciatherapie aber sie hat vielmehr neben der Therapie des Bewegungsapparats auch die Selbstregulation im therapeutischen Fokus: vaskuläre Förderung der Hämodynamik, die Verbesserung des Lymphflusses und somit auch die homöostatische Verbesserung der Selbstheilungskräfte des Körpers als Aufgabe.

Als Anschauungsmodell für die therapeutische Zielsetzung wird von den verschiedenen Protagonisten der Methodik gern ein mechanisches Modell herangezogen: das Tensegrity Modell des amerikanischen Architekten und Philosophen Buckminster Fuller und des amerikanischen Bildhauers Kenneth Snelson baut auf einer Statik auf, in der diskontinuierliche Kompressionselemente von einem kontinuierlichen Spannungszug zu einer Gesamtform vernetzt werden, die ihre relative Stabilität aus einer hohen Anpassungsfähigkeit gegen einwirkende Kräfte bezieht. Verglichen mit dem menschlichen oder tierischen Körper

  • sind die Entsprechungen der Kompressionselemente die Knochen und
  • die Entsprechung des kontinuierlichen Spannungszugs ist das Fasziennetz aus kollagenen Fasern und Grundsubstanz.

Ein unausgewogenes dynamisches Spannungsverhältnis entspricht in diesem Modell einem ungünstigen Spannungszug aus einem oder mehreren Anteilen dieses Fasziennetzes, welches dann das Gesamtsystem, also den davon betroffenen Körper in eine Belastung versetzt, die in der Folge unter Kraftaufwand kompensiert werden muss.

Kompensationen überflüssig werden zu lassen oder eingeschränkte Funktionen effizienter ausgleichen zu können ist somit eine der Herangehensweisen: nach palpatorischer Befundung des sogenannten Spannungsmusters versucht der Therapeut dazu beizutragen die verfestigten Strukturen durch manuelle Einflussnahmen und/oder durch Bewegungs-Erfahrungen wieder geschmeidiger werden zu lassen.

 

Viszerale Faszien:

Faszien gibt es nicht nur im Bewegungsapparat, sondern auch sehr dichte Aufhängungen der Organe und Meningen um das Zentralnervensystem herum. Die Auffassung der Methodik ist es, dass es auch hier systemübergreifende – vernetzte – Spannungsungleichgewichte gibt, die Belastungen in der Kapazität zur Homöostase des Körpers bewirken. So werden in der Methodik auch Wechselwirkungen z.B. über das Vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) zwischen den Faszien des Bewegungsapparats und einzelner Organe untersucht (somatoviszerale Dysfunktionen). Es wird somit nicht nur der Bewegungsapparat behandelt, sondern auch die „Faszien“ des Organsystems, z.B. die Aufhänge-Strukturen verschiedener Anteile des Verdauungssystems, z.B. das Mesenterium des Dünndarms, Bänder der Leber (Ligamentum falciforme) oder der Gebärmutter (Ligamentum latum uteri, Ligamentum sacrouterinum). Durch deren Zug-Beanspruchungen über Ptosen (Absenkungen) und Adhäsionen (Verklebungen) kommt es der fasciatherapeutischen Lehre zufolge auch umgekehrt zu Belastungen des Bewegungsapparats und zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen (viszerosomatische Reflexe) bzw. zur Einengung von Blutgefäßen. Dies wird in vergleichbarer Form auch in der Osteopathie postuliert, aus der die Methodik teilweise stammt.

 

Geschichte und myofaszialer Schwerpunkt:

Ein wichtiger Teilbereich der Fasciatherapie, die „Myofascial Release Methodik“ wurde nach ihrer anfänglichen Entwicklung in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts aus der Osteopathie herausgelöst und von Physiotherapeuten und medizinischen Masseuren als allgemeine manuelle Behandlungsmethode außerhalb des osteopathischen Kontexts verwendet. Einer der bekanntesten Vertreter dieses Zweiges der Myofascial Release Methodik ist John Barnes. Diese Herauslösung von Methoden aus der Osteopathie lässt sich dadurch nachvollziehen, dass die Osteopathie keine eigenständige definierte Methodik darstellt, sondern aus mehreren verschiedenen Einzelmethoden zusammengesetzt ist. Da sie medizinhistorisch gesehen in ihrem Ursprungsland, den Vereinigten Staaten, seit ihrer Gründung durch Andrew Taylor Still eine ärztlich-akademische Disziplin war, entwickelten die nicht-ärztlichen Körpertherapeuten (Physiotherapeuten, Medizinische Masseure und in den Vereinigten Staaten die „bodyworker“) in der Folge Interesse an der Anwendung der ungefährlichen funktionellen osteopathischen Ansätze – also der Methoden, bei deren korrekter und verantwortungsbewusster Anwendung durch Nicht-Ärzte keine Gefährdung ihrer Patienten zu befürchten war (z.B. durch falsche Behandlung zu vermeidender Kontraindikationen). Die Myofascial Release Methodik wurde in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts aus der Osteopathie herausgelöst und von Physiotherapeuten und Medizinischen Masseuren als allgemeine manuelle Behandlungsmethode außerhalb des osteopathischen Kontexts verwendet. Die Methodik verbreitete sich gerade in den achtziger und neunziger Jahren von Michigan, Californien und Pennsylvania aus auch nach Europa. Zwei der bekanntesten Vertreter dieses Zweiges der Myofascial Release Methodik sind Carol J. Manheim PT, John Barnes PT.

Vorgehensweise im Myofascial Release

In der stark vom Myofascial Release geprägten funktionellen Fasciatherapie wird fast ausschließlich manuell behandelt, aktive Bewegung des Patienten wird nur vereinzelt eingesetzt, um z.B. dessen aktive Bewegung gegen Druck des Therapeuten (z.B. Beugung oder Streckung von Extremitäten) als Verstärkung des zielgerichteten therapeutischen Druckes zu nutzen.

Meist wird angemessener Druck gegen eine Bewegungseinschränkung einer Faszie in tangentialer Form eingebracht, z.B. im Bereich der Fascia superficialis. Dieser Druck wird durch den Therapeuten an der Dehngrenze gehalten bis eine Gewebereaktion einsetzt in Form von Nachgiebigkeit. Diese auch Compliance genannte Nachgiebigkeit des Gewebes wird in Echtzeit palpatorisch aufgenommen und es wird nun eine neue Dehngrenze gesucht bis zum Erreichen des erwünschten therapeutischen Ergebnisses, also einer größeren Geschmeidigkeit in der Faszie. Von Behandlern wird dieser Weg durch die Nachgiebigkeit („Ease“) hindurch auch als „fascial creep“ bezeichnet.

Der funktionelle fasciatherapeutische Ansatz sieht so aus, dass es hier nicht ausschließlich zu einer aktiven Beanspruchung der Dehngrenze kommt, sondern die Nachgiebigkeit des Gewebes unter ständiger palpatorischer Kontrolle verfolgt wird, um den sogenannten „Punkt der balancierten Spannung“ zu erreichen und das Gewebe zum Nachlassen von Spannung, dem sogenannten „Release“ veranlasst wird. Die Methodik vertritt die Auffassung, dass es gerade in einer spannungsneutralen Positionierung über ein propriozeptives Feedback zu einer Verbesserung der sensomotorischen Regulation von Hypertonus kommt.

Eine dritte Ausprägung ist die kombinierte Herangehensweise, in der über die Positionierung von Körperteilen die regionale Spannung reduziert wird, während gleichzeitig direkter dehnender Druck eingebracht wird.

Verbreitung und damit verbundene Unterschiede in der Benennung:

Fasciatherapie wird in ganz Westeuropa gelehrt. In der französisch- und deutschsprachigen Schweiz und den frankophonen Ländern (Belgien, Frankreich) als Fasciatherapie – in Deutschland meist als Faszientherapie. Die Methode wird hauptsächlich von Physiotherapeuten, Medizinischen Masseuren und Heilpraktikern ausgeübt – nur vereinzelt sind es Ärzte, die sich in der Komplementär-Medizin positionieren.

 

Methodische Ausprägungen:

Es gibt verschiedene methodische Ansätze, die sich als Fasciatherapie oder Faszientherapie präsentieren. Ihre behandlungstechnische Charakterisierung unterscheidet sich meist graduell über die Art der manuellen therapeutischen Einflussnahme und über die Art und Weise, wie Bewegung als therapeutisches Mittel integriert wird. Im Weiteren werden die methodischen Ausprägungen vorgestellt, die zur Fasciatherapie gerechnet werden:

Funtionelle Fasciatherapie arbeitet mit Methoden wie dem

  • Unwinding
  • Indirektem und direktem Myofascial Release
  • Lymphtechniken
  • Strain-Counterstrain
  • Myofaszialer Induktionstherapie (MIT)
  • Ligamentär-Artikulären Spannungstechniken und mit der
  • Behandlung thorakaler, viszeraler und pelvikaler Fascien.

All diese Bereiche sind eher funktionell ausgerichtet und somit auch als Therapieansatz für Funktionelle Syndrome konzipiert. Dies bedeutet, wie auch schon der Begriff „(Fascia-)Therapie“ signalisiert, eine eindeutige klinische Ausrichtung auf die medizinische Behandlung körperlicher Beschwerden z.B. aus dem orthopädischen Bereich wie die Plantarfasziitis oder chronische Rückenschmerzen oder unspezifische Spannungs-Kopfschmerzen anders als bei methodischen Ausprägungen, die sich primär das allgemeine Wohlbefinden ihrer Patienten zur Aufgabenstellung machen.

In deutlicher Abgrenzung dazu befinden sich eher strukturell orientierte Methoden, die vor allem die strukturelle Integrität des Körpers anstreben, z.B. das Rolfing oder auch bekannt als strukturelle Integration. Deren Ideal ist die Ausrichtung ihrer Klienten an der senkrechten Linie in der Schwerkraft und ein Erreichen größerer Geschmeidigkeit, um deren Wohlbefinden zu verbessern.

Fasciatherapie ist eine manuelle Regulationstherapie und bedient sich häufig der Methodik des Myofascial Release, einem Begriff der erstmals in den 1960er Jahren von Robert Ward D.O. dafür benutzt wurde, schmerzhafte Faszienabschnitte des Körpers in Bezug zu bringen mit anderen Arealen und gezielt in Spannungsbeanspruchung zu bringen – sei es indirekt über Annäherung oder direkt über Straffung und Spannungserhöhung. Die ersten gezielten Behandlungsansätze für Faszien werden Andrew Taylor Still dem Gründer der Osteopathie zugeschrieben.

Fasciatherapie mittels Myofascial Release ist gekennzeichnet durch

  • eine gezielte Kontaktnahme zu Bereichen des Körpers, die eine auffällige Gewebebeschaffenheit (Textur) und eine Bewegungseinschränkung (Restriktion) der dort befindlichen Fascien aufweisen,
  • eine vernetzte Herangehensweise, die nicht primär die Körperregion der Beschwerden behandelt sowie
  • eine permanente Rückkontrolle des geeigneten therapeutischen Drucks über Palpation.

Craniosacral Therapie, Craniosacrale Osteopathie, Craniomassage

Die Craniosacral Therapie (lateinisch „cranium“ = Schädel, „sacrum“ = Kreuzbein) ist ein manuelles Verfahren, bei dem der Therapeut rhythmische Bewegungen der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Cerebrospinalflüssigkeit oder Liquor) vor allem am Schädel und Kreuzbein des Patienten wahrnimmt und als Grundlage für die Behandlung nutzt.

Herkunft:

Erstmals beschrieb der amerikanische Arzt und Begründer der Osteopathie Andrew Taylor Still (1828-1917) im Jahr 1874 das craniosacrale System (siehe Abschnitt Grundlagen). Er stellte fest, dass die Cerebrospinalflüssigkeit eine grosse Bedeutung für den Organismus hat, da sie Hirn, Rückenmark und Nerven nährt und schützt.

Basierend auf der Osteopathie entwickelte der amerikanische Arzt und Osteopath William Garner Sutherland (1873-1954) in den 1930er-Jahren das Verfahren der cranialen Osteopathie. Nach langjährigen anatomischen Studien war er zu der Ansicht gekommen, dass die einzelnen Schädelknochen nicht starr miteinander verbunden sind, sondern sich innerhalb ihrer gegebenen Strukturen rhythmisch bewegen. Diese pulsierenden Bewegungen, die er auch in der Cerebrospinalflüssigkeit, der Wirbelsäule und im Kreuzbein fühlte, bezeichnete er als „primären Respirationsmechanismus“. Ausserdem fand Sutherland heraus, dass die pulsierenden Bewegungen durch eine bestimmte Kraft, die er den „Lebensatem“ nannte, in Gang gesetzt werden.

Die craniale Osteopathie wurde kontinuierlich weiterentwickelt und bildete die Grundlage für die in den 1970er-Jahren unter dem amerikanischen Osteopathen und Chirurgen John E. Upledger entstandene Craniosacral Therapie. Das Verfahren wurde zuerst in den USA, dann in Europa populär.

Es existieren verschiedene Ausrichtungen der Craniosacral Therapie wie die biomechanische oder die biodynamische Craniosacral Therapie. Letztere ist mit diversen Organisationen und Schulen in Grossbritannien, den USA und Deutschland vertreten. In der Schweiz werden alle Therapierichtungen unter dem Begriff „Craniosacral Therapie“ zusammengefasst.

Grundlagen:

Im Mittelpunkt einer Craniosacral Therapie steht das craniosacrale System. Dieses setzt sich zusammen aus dem Schädel, der Wirbelsäule mit dem Kreuzbein, den Gehirn- und Rückenmarkshäuten (Membranen), der Cerebrospinalflüssigkeit (Liquor) sowie den liquorbildenden und -resorbierenden Strukturen.

Die Craniosacral Therapie beruht auf der Annahme, dass die Cerebrospinalflüssigkeit rhythmisch pulsiert. Die unterschiedlichen Rhythmen und Bewegungen der Cerebrospinalflüssigkeit werden je nach Tempo und Qualität mit verschiedenen Begriffen benannt.

Durch das Pulsieren der Cerebrospinalflüssigkeit entsteht eine Bewegung, die sich auf das gesamte craniosacrale System überträgt: Alle Strukturen dieses Systems ziehen sich rhythmisch zusammen und dehnen sich wieder aus. Die vom craniosacralen System ausgehenden rhythmischen Impulse beeinflussen alle Körperzellen und den Stoffwechsel des Organismus.

Klassische Massage

Unter dem Begriff „Massage“ versteht man eine mechanische, meist manuelle, Beeinflussung der Haut, des tieferliegenden Gewebes und der Muskulatur. Die klassische Massage ist die am häufigsten angewendete Form der Massage und wird überwiegend zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt.

Herkunft:

Massieren ist weltweit eine der ältesten Behandlungsmethoden. Bereits in chinesischen Schriften aus dem Jahr 2600 v. Chr. wurden Massagehandgriffe beschrieben, und auch in der indischen Heilkunst sind frühe Beschreibungen von Massagen in Verbindung mit ätherischen Ölen und Kräutern bekannt. Die griechischen Ärzte Hippokrates (460-375 v. Chr.) und Galenos (129-199 n. Chr.) wendeten Massagen als Heilmethoden an und trugen dadurch zu deren Verbreitung in Europa bei. Während des Mittelalters gerieten die Massagemethoden teilweise in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert setzte der französische Chirurg Ambroise Paré (1510-1590) wieder Massagen zur Rehabilitation nach Operationen ein und etablierte die Behandlung auf diese Weise erneut in der Medizin.

Als einer der Väter der heute in der westlichen Welt verbreiteten Techniken der klassischen Massage gilt der schwedische Masseur Pehr Henrik Ling (1776-1839). Die klassische Massage wird deshalb auch als schwedische Massage bezeichnet. Ling war zunächst als Fecht- und Gymnastiklehrer an der Universität Lund in Schweden tätig. Im Jahr 1813 gründete er das Gymnastische Zentralinstitut in Stockholm, wo er seine Art der Gymnastik weiterentwickelte und lehrte. Diese gymnastischen Übungen wurden bald so populär, dass sie in Schulen und bei der Armee eingeführt wurden. In Lings Aufzeichnungen fanden sich auch Hinweise auf verschiedene Massagegriffe. Diese wurden später von dem holländischen Arzt Johan Georg Mezger (1839-1909) und dem deutschen Orthopäden Albert Hoffa (1859-1907) aufgegriffen, die daraus die heute gebräuchlichen Massagegriffe der klassischen Massage entwickelten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche andere Massageformen wie Reflexzonenmassage, Bindegewebsmassage oder Lymphdrainage.

Die klassische Massage ist heute die am häufigsten angewendete manuelle Therapieform und wird von speziell ausgebildeten Masseuren oder Physiotherapeuten durchgeführt.

Grundlagen:

Bei der klassischen Massage werden mit den Händen Druck- und Zugreize auf Gewebe und Muskeln ausgeübt. Die Berührungen haben zum einen eine direkte körperliche Wirkung, in dem sie verkrampfte Muskulatur dehnen und entspannen, die lokale Durchblutung steigern und den Zellstoffwechsel anregen. Dadurch werden auch Schmerzen, die durch Verspannungen entstehen, beseitigt. Zum anderen übt die Massage einen positiven Einfluss auf den Herzschlag, den Blutdruck, die Atmung und die Verdauung aus und fördert so die Entspannung und das Wohlbefinden.

Bindegewebsmassage, Bindegewebszonenmassage

Die Bindegewebsmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage, bei der vor allem das subkutane Bindegewebe behandelt wird.

Herkunft:

Die Technik der Bindegewebsmassage wurde in den 1920er-Jahren von der deutschen Krankengymnastin Elisabeth Dicke (1884-1952) entwickelt. Sie litt 1929 unter so schweren Durchblutungsstörungen, dass die Amputation eines Beines drohte. Wegen des langen Liegens quälten sie ausserdem Rückenschmerzen und sie begann, sich selbst im Bereich des Beckens zu massieren. Dabei bemerkte sie an bestimmten Stellen Schwellungen unter der Haut, die sie trotz der erhöhten Schmerzempfindlichkeit besonders intensiv behandelte. Durch die Eigenmassage verschwanden nicht nur die Rückenschmerzen, sondern es besserten sich auch die Durchblutungsstörungen im Bein, sodass es nicht amputiert werden musste. Ihre Beobachtungen nahm Elisabeth Dicke zum Anlass, auch bei ihren Patienten nach entsprechenden Veränderungen im Unterhautbindegewebe zu suchen und diese mit ihrer speziellen Massagetechnik zu behandeln. Ab 1938 arbeitete sie gemeinsam mit der Krankengymnastin Hede Teirich-Leube (1903-1979) daran, die neue Massagetechnik weiterzuentwickeln und zu verfeinern und liess sie mit Unterstützung des Sportmediziners Wolfgang Kohlrausch (1888-1980) an der Universität in Freiburg klinisch untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichten die beiden Krankengymnastinnen 1942 in einem gemeinsamen Buch.

In den 1950er-Jahren verbreitete sich die Methode rasch und wurde sowohl in Deutschland als auch in Europa von Krankengymnasten und Ärzten eingesetzt. Heute gehört die Bindegewebsmassage zu einer der vielen Behandlungsmethoden, die im Rahmen der Physiotherapie zum Einsatz kommen.

Grundlagen:

Die Bindegewebsmassage gehört zum Formenkreis der Reflexzonenmassagen und basiert wie diese auf der Theorie der Reflexzonen des englischen Neurologen Henry Head. Danach stehen die inneren Organe über Nervenbahnen mit bestimmten, klar umgrenzten Hautgebieten in Verbindung. Diese Hautgebiete werden auch als Head’sche Zonen oder Reflexzonen bezeichnet. Aufgrund dieser Nervenverbindungen treten bei einer Erkrankung eines inneren Organs auch Veränderungen in der entsprechenden Reflexzone auf. Diese Veränderungen können auch das Unterhautbindegewebe betreffen: In den entsprechenden Bereichen ist die Haut fester mit der Unterhaut verbunden, das Unterhautbindegewebe erscheint aufgequollen oder eingezogen. Bei der Bindegewebsmassage wird das betroffene Unterhautbindegewebe gezielt massiert. Die Behandlung wirkt zum einen lokal, indem sie Verspannungen und Verhärtungen löst. Zum anderen können durch die Massage auch entfernt liegende Organe und Körpergebiete positiv beeinflusst werden, die mit der behandelten Körperzone in Verbindung stehen. Die Bindegewebszonen werden unterteilt in Kopfzonen, Bronchialzone, Armzone, Magenzone, Leberzone, Herzzone, Nierenzone, Darmzone, Genitalzone, Blasenzone sowie Venen-Lymphzone.

Lymphdrainage manuelle

Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen im Gewebe (Lymphödem, Lipödem)  beseitigt werden können.

Herkunft:

Die Technik der manuellen Lymphdrainage geht auf den dänischen Masseur und Physiotherapeuten Dr. phil. Emil Vodder (1896-1986) zurück. Während seiner Tätigkeit als Masseur an der Côte d’Azur stellte Vodder Anfang der 1930er-Jahren fest, dass er chronische Erkältungskrankheiten durch eine vorsichtige Massage der geschwollenen Lymphknoten am Hals heilen konnte. Ausgehend von diesen Erfahrungen entwickelte er die Methode der manuellen Lymphdrainage. 1936 stellte Vodder seine Methode auf der „Exposition de Beauté et Santé“ in Paris erstmals öffentlich vor. Im Jahr 1958 gab er seinen ersten Kurs in manueller Lymphdrainage in Deutschland. Die Methode etablierte sich in den folgenden Jahren zunehmend, vor allem in Deutschland und in Österreich. Vodder gründete die „Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder“ und eine eigene Schule in Essen. In den 1980er-Jahren wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband für Physikalische Therapie einheitliche Richtlinien für die Ausbildung in manueller Lymphdrainage festgelegt, die bis heute für eine Qualitätssicherung der Ausbildung an deutschen und österreichischen Schulen sorgen.

Die manuelle Lymphdrainage ist heute ein fester Bestandteil der physikalischen Therapie und wird vorwiegend von Masseuren und Physiotherapeuten angewendet.

Grundlagen:

Das Lymphgefässsystem des Körpers hat die Aufgabe, die Flüssigkeit (Lymphe) aus dem Gewebe aufzunehmen und in die Blutgefässe abzuleiten. Eine gestörte Funktionsfähigkeit dieses Drainagesystems zum Beispiel infolge von Verletzungen oder nach Operationen kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen führen. Als Folge davon können Schwellungen (Ödeme) entstehen. Die manuelle Lymphdrainage ist eine entstauende Massnahme, mit deren Hilfe die Motorik der Lymphgefässe angeregt und damit der Abtransport überschüssiger Gewebsflüssigkeit erleichtert werden soll. Darüber hinaus hat die Lymphdrainage eine stark entspannende und beruhigende Wirkung und sie regt das Immunsystem an.

Fussreflexzonen-Massage, Fussreflexzonenmassage

Die Fussreflexzonen-Massage ist eine Sonderform der Reflexzonenmassage, bei der spezielle Reflexzonen der Füsse behandelt werden.

Herkunft:

Die moderne Fussreflexzonen-Massage geht auf den amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald (1872-1942) zurück. Er beschäftigte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingehend mit dem medizinischen Wissen der Indianer, zu deren traditionellen Behandlungsmassnahmen auch bestimmte Formen der Reflexzonentherapie zählten. Fitzgerald systematisierte und ergänzte die alten Überlieferungen und entwickelte eine eigene Methode, die er 1915 als „Zonentherapie“ vorstellte. In den dreissiger Jahren wurde diese Methode von der amerikanischen Masseurin Eunice Ingham (1889-1974) aufgegriffen und einem breiten Laienpublikum zugänglich gemacht.

In Europa war das damals als „Reflexologie“ bezeichnete Verfahren zunächst nur als vereinfachte Methode zur Eigenbehandlung und Gesundheitspflege bekannt. Hanne Marquardt, eine deutsche Masseurin, wendete das Verfahren ab 1958 in ihrer Praxis gezielt zur Behandlung von Patienten mit verschiedenen Erkrankungen an und gründete schliesslich eine eigene Ausbildungsstätte. Mittlerweile ist die Fussreflexzonen-Massage als differenzierte Behandlungsmethode anerkannt und in ganz Europa verbreitet.

Grundlagen:

Die Fussreflexzonen-Massage basiert auf dem von Fitzgerald entwickelten Körperzonenraster, das den Körper in zehn Längszonen und drei waagrechte Zonen aufteilt. Jede senkrechte Zone verläuft von der Schädeldecke über die Finger bis hinab zu den Füssen. Zu jeder Zone gehören jeweils ein bestimmter Zeh und ein Finger. Dazu kommen drei waagrechte Zonen: Kopf und Hals bilden die oberste Querzone, die mittlere umfasst Brust- und Bauchraum und die untere den Unterleib und das Becken. Aufgrund seiner Untersuchungen schloss Fitzgerald, dass man von jeder Stelle einer Zone alle Organe und Körperteile beeinflussen kann, die ebenfalls in dieser Zone liegen.

Eunice Ingham ergänzte diese Theorie durch die Vorstellung, dass sich jede Körperzone in einem bestimmten Areal oder Reflexpunkt auf den Fusssohlen widerspiegelt: So finden sich beispielsweise die Reflexzonen der Kopf- und Halsorgane im Bereich der Zehen, die Organe der Brust und des Bauchs im Bereich des Mittelfusses und die von Unterbauch und Becken an der Ferse. Auch an den Aussen- und Innenseiten der Füsse und an den Fussrücken liegen weitere Reflexzonen. Grundsätzlich gilt: Organe der linken Körperhälfte korrespondieren mit dem linken Fuss, Organe der rechten Körperseite mit dem rechten Fuss. Aufgrund dieser Zusammenhänge ist es möglich, durch einen gezielten Druck auf einen Reflexpunkt am Fuss auch weiter entfernt liegende Körperbereiche zu behandeln. Das gleiche Prinzip kann auch für die Hände angewendet werden: Bei der Handreflexzonen-Massage werden die entsprechenden Reflexpunkte an den Händen behandelt.

Elektrotherapie

Die Elektrotherapie gehört zu den Verfahren der physikalischen Therapie. Mit Hilfe von elektronischen Geräten werden elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenz durch den Körper oder Körperteile geleitet, um Krankheiten zu behandeln.

Herkunft:

Die therapeutische Wirksamkeit elektrischer Felder und Ströme ist seit langem bekannt: So wurden im Altertum beispielsweise Zitteraale zur Behandlung von Krankheiten wie Gicht, Arthritis und Kopfschmerzen verwendet. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten „Elektrisiermaschinen“ entwickelt, mit deren Hilfe man elektrische Funken künstlich erzeugen konnte. Ab 1730 berichteten wissenschaftliche Zeitschriften laufend über Experimente und Forschungen zur Elektrizität. So veröffentlichte der deutsche Arzt und Naturforscher Johann Gottlieb Krüger (1715-1759) im Jahr 1744 einen Aufsatz über die Anwendung von Elektrizität zu Heilzwecken. Darin berichtete er vor allem von Erfolgen bei der Behandlung von Lähmungserscheinungen. Zahlreiche weitere Ärzte und Naturforscher wie zum Beispiel Luigi Galvani (1737-1798) und Michael Faraday (1791-1867) beschäftigten sich im Lauf der Zeit eingehend mit den therapeutischen Möglichkeiten des elektrischen Stroms und schufen durch ihre Versuche die Grundlagen für die spätere Elektromedizin. Im Jahr 1855 entwickelte Guillaume-Benjamin Duchenne (1806-1875) Elektroden, die elektrischen Strom auf bestimmte Körperareale konzentrieren konnten. Eine weitere Voraussetzung für die heutige Elektrotherapie war die fortschreitende Verbesserung der Geräte.

Heute wird die Elektromedizin in praktisch allen klinischen Bereichen angewendet. Ein Teilbereich der Elektromedizin ist die Elektrotherapie, die zu den physiotherapeutischen Behandlungsmethoden zählt.

Grundlagen:

Im Rahmen der Elektrotherapie kommen Ströme mit unterschiedlichen Frequenzen zum Einsatz. Die Spannungen werden mit speziellen Geräten erzeugt und dem Körper über Elektroden entweder in einem Wasserbad oder direkt auf der Haut angebracht zugeführt.

Im Organismus hat der Strom eine schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung. Je nach Therapieform kann die Behandlung ausserdem entweder zu einer Entspannung oder zu einer Erregung der behandelten Muskulatur beitragen.

Aufgrund der guten Leitfähigkeit verläuft der Stromfluss entlang der Blut- und Lymphgefässe. Tiefere Strukturen im Körper werden durch die Elektrotherapie nur schwer erreicht. Weitere gute Stromleiter sind: Hirnflüssigkeit, Harn, die inneren Organe und Muskulatur. Schlechte Stromleiter sind: Fettgewebe, Gelenkkapseln, Sehnen, Knochen und bestimmte Nerven. Nichtleiter sind Haare und Nägel sowie die Hornschicht trockener Haut.

Kneipptherapie, Thermotherapie, Hydrotherapie

Bei der Kneipp-Therapie handelt es sich um ein ganzheitliches Heilverfahren, das vor allem aus Wasseranwendungen, aber auch aus einer speziellen Ernährungslehre, Heilpflanzenkunde, Bewegungstherapie und einer sogenannten Ordnungstherapie besteht. Man spricht auch von den „fünf Säulen“ der Kneipp-Therapie.

Herkunft:

Die therapeutische Anwendung von Wasser hat eine lange Tradition. Pythagoras (570 v. Chr.) soll das Wissen über den Nutzen kalter Bäder von Ägypten nach Griechenland gebracht haben. In den römischen Thermen wurden auch warme und heisse Heilquellen genutzt. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs verlor die Badekultur jedoch an Bedeutung. Im Mittelalter dienten die öffentlichen Badehäuser nicht nur zum Baden, sondern der Bader, der Betreiber des Badehauses, führte dort auch eine Reihe von Behandlungen durch wie Schröpfen, Aderlass oder Zähne ziehen. Mit dem Auftreten der Syphilis im 16. Jahrhundert endete die Blütezeit der Badehäuser, da man glaubte, das Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Tatsächlich waren die schlechten hygienischen Bedingungen bei kleinen chirurgischen Eingriffen für die Verbreitung von Krankheiten in Badehäusern verantwortlich. Siegmund Hahn (1664-1742) und vor allem sein Sohn Johann Siegmund Hahn (1696-1773) (die „Wasserhähne“) begründeten im 18. Jahrhundert die moderne Wassertherapie. Unter dem Naturheilkundigen Vinzenz Priessnitz (1799-1851), auf den viele der heutigen Anwendungen wie zum Beispiel die kalten Ganzkörper- und Teilwickel zurückgehen, wurden die Methoden im 19. Jahrhundert weiterentwickelt.

Aufgrund eines Lungenleidens befasste sich der deutsche Theologiestudent Sebastian Kneipp (1821-1897) mit Heilungsmöglichkeiten und stiess dabei unter anderem auf die Werke von Siegmund und Johann Hahn. Es gelang ihm in der Folge, seine Krankheit mit Hilfe von kalten Tauchbädern in der Donau zu heilen. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Pfarrer in Wörishofen im Unterallgäu entwickelte er ab 1855 ein vollständiges Behandlungssystem, das heute nicht nur in Form der sogenannten Kneipp-Kuren, sondern auch als Mittel zur Selbsthilfe Verwendung findet. 1886 veröffentlichte er den therapeutischen Leitfaden „Meine Wasserkur“, das sich als Bestseller herausstellte. 1880 wurde in Wörishofen unter seiner Führung eine Badeanstalt errichtet. Die Stadt erhielt 1920 den Status eines Kurbads und ist heute Sitz des deutschen Kneipp-Bunds.

Grundlagen:

Für Kneipp waren die Menschen zu verweichlicht und schlecht abgehärtet. Deshalb zielt die Kneipp-Behandlung darauf ab, die dem Menschen angeborene „Naturkraft“ zu stärken und seine Selbstheilungskräfte anzuregen. Kneipp ging davon aus, dass eine gesunde Lebensweise die wichtigste Voraussetzung für eine gute Gesundheit darstellt. Deshalb basiert die Kneipp-Therapie auf fünf Elementen oder fünf Säulen: Wasser, Diätetik, Naturheilmittel, Bewegung und Lebensordnung.

Wesentlicher Bestandteil der Kneipp-Therapie ist die Beeinflussung der Temperaturregulation des Körpers durch äussere Reize, das heisst durch warmes oder kaltes Wasser. Um eine gleichmässige Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, muss der Körper aktiv auf die Temperaturreize reagieren, zum Beispiel durch eine Veränderung der Durchblutung, des Herzschlags und der Atmung. Dies hat einen starken Einfluss auf das vegetative Nervensystem, so dass durch die Reizsetzung auch innere Organe und andere Körperteile beeinflusst werden. Darüber hinaus trägt die Wasseranwendung zur Reinigung der Haut und zur Stärkung des Immunsystems bei. Die traditionelle Kneipptherapie kennt über 130 verschiedene Anwendungen.

Wickel, Umschläge, Fango

Bei den Wickeln oder Umschlägen handelt es sich um eine Anwendungsform der Hydrotherapie, bei der bestimmte Körperteile eingehüllt werden. Wickel und Umschläge bezeichnen dieselbe Methode.

Herkunft:

Die therapeutische Anwendung von Wasser hat eine lange Tradition. Pythagoras (570 v. Chr.) soll das Wissen über den Nutzen kalter Bäder von Ägypten nach Griechenland gebracht haben. In den römischen Thermen wurden auch warme und heisse Heilquellen genutzt. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs verlor die Badekultur jedoch an Bedeutung. Im Mittelalter dienten die öffentlichen Badehäuser nicht nur zum Baden, sondern der Bader, der Betreiber des Badehauses, führte dort auch eine Reihe von Behandlungen durch wie Schröpfen, Aderlass oder Zähne ziehen. Mit dem Auftreten der Syphilis im 16. Jahrhundert endete die Blütezeit der Badehäuser, da man glaubte, das Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Tatsächlich waren die schlechten hygienischen Bedingungen bei kleinen chirurgischen Eingriffen für die Verbreitung von Krankheiten in Badehäusern verantwortlich.

Siegmund Hahn (1664-1742) und vor allem sein Sohn Johann Siegmund Hahn (1696-1773) (die „Wasserhähne“) begründeten im 18. Jahrhundert die moderne Wassertherapie. Unter dem Naturheilkundigen Vinzenz Priessnitz (1799-1851), auf den viele der heutigen Anwendungen wie zum Beispiel die kalten Ganzkörper- und Teilwickel zurückgehen, wurden die Methoden im 19. Jahrhundert weiterentwickelt. Der Theologe Sebastian Kneipp (1821-1897) gilt als sein Nachfolger. Priessnitz prägte den Begriff Umschlag, auf Kneipp geht die Bezeichnung Wickel zurück.

Die in jener Zeit entwickelten Verfahren werden heute sowohl im Rahmen verschiedener Heilberufe, wie zum Beispiel Medizinische Masseure oder Naturheilpraktiker, als auch von der Schulmedizin zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt.

Grundlagen:

Wasser hat die besondere Fähigkeit, Kälte und Wärme zu leiten. Die richtige Anwendung von Wasser kann den Stoffwechsel stimulieren, die Durchblutung verbessern sowie Atmung, Herztätigkeit, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem positiv beeinflussen.

Wickel oder Umschläge wirken sich auf den Wärmehaushalt des Körpers, das Nervensystem, den Blutkreislauf, den Stoffwechsel, die Hauttätigkeit und die Ausscheidung von Krankheitsstoffen aus. Wickel werden lokal angewandt. Dabei wird ein Leinentuch in Wasser getaucht und je nach Therapieziel leicht oder kräftig ausgedrückt. Anschliessend wird der feuchte Wickel an die betroffene Körperstelle aufgelegt. Kalte Wickel entziehen dem Körper Hitze und lindern dadurch Fieber und Entzündungen, warme Wickel regen die Durchblutung und den Stoffwechsel an und wärmen einen unterkühlten Körper auf.